Was genau ist die Nordsee-Energiekooperation?

30 Mrz von Jones

Was genau ist die Nordsee-Energiekooperation?

Wie ein guter Netzwerkingenieur sorgt die Nordsee-Energiekooperation dafür, dass die Kabel am richtigen Ort sind. Darüber hinaus hilft sie nicht nur Kosten zu sparen, sondern auch unser Klima. Gehen wir an Bord und machen eine Tour durch die Nordsee!

Das ist der Punkt: Immer mehr Offshore-Windenergie wird an die Nordseeküste geliefert. Ein Bündnis von 10 Ländern, die diese Kraft nutzen wollen, hat sich gebildet – sie wollen gemeinsam am Bau von Windparks und Offshore-Netzen arbeiten.

Die Nordsee besteht nicht nur aus Wellen, Wind und offener See. Sie zeichnet sich auch durch ihre vielen Offshore-Windparks aus. In einer Zeit, in der die Windenergie an Land vor immer größeren Problemen steht, kann die Offshore-Windenergie einen wichtigen Beitrag zur Erreichung unserer Klimaschutzziele leisten und eine umweltfreundliche, zuverlässige und zukunftsorientierte Energieversorgung ermöglichen. Die Europäische Kommission hat erklärt, dass 230 bis 450 Gigawatt installierte Offshore-Windkapazität benötigt werden, um das Ziel der Klimaneutralität der Union zu erreichen. Dieses Ziel wird jedoch ohne internationale Vernetzung nur schwer zu erreichen sein.

Deutschland wird in der europäischen Energiepolitik im Jahr 2020 eine Schlüsselrolle spielen

Hier kommt Deutschland ins Spiel. Wenn Deutschland Anfang Juli dieses Jahres die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, wird es die Energiepolitik der EU entscheidend mitgestalten. Eine seiner wichtigsten Aufgaben wird es sein, den Weg für die Umsetzung des Green Deal der Europäischen Kommission zu ebnen – ein Plan, mit dem die EU Klimaneutralität erreichen will.

Deutschland hat im Januar dieses Jahres die Präsidentschaft der Nordsee-Energiekooperation von Dänemark übernommen und will die daraus resultierenden Synergien nutzen. Die Nordsee-Energiekooperation ist ein grenzüberschreitendes Kooperationsprojekt zwischen zehn europäischen Ländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien) und der Europäischen Kommission zur Entwicklung der Offshore-Windenergie und der Offshore-Netzinfrastruktur.

Sanierung der Kabel in der Nordsee

Die Länder wollen den Ausbau der Offshore-Windenergie über die Grenzen hinweg besser koordinieren und die Offshore-Windenergieproduktion mit dem grenzüberschreitenden Stromhandel verbinden. Wie lässt sich dies erreichen? Eine Möglichkeit wäre, neue Offshore-Windparks an bestehende grenzüberschreitende Stromleitungen anzuschließen, eine andere, verschiedene Windparks innerhalb eines Landes über eine zusätzliche Leitung zu verbinden und so den Bedarf an teuren zusätzlichen Kabeln zu reduzieren. Dies würde dazu beitragen, Ordnung in die Verkabelung zu bringen und die Gesamtkosten zu senken. Es würde auch eine bessere Ausnutzung der Kabel und eine größere Versorgungssicherheit in den beteiligten Ländern bedeuten – die auch dann mit Windkraft versorgt würden, wenn kein Wind vorhanden ist, um die Blätter ihrer eigenen Turbinen zu drehen.

Die Verwaltung eines derart komplexen Netzes in der Nordsee erfordert jedoch hoch qualifizierte „Netzingenieure“, einen gemeinsamen Finanzierungsrahmen für die Windenergie in den beteiligten Ländern und gemeinsame Netzanschlussregeln – zum Beispiel in Fällen, in denen neue Windparks von mehreren Ländern genutzt werden.

Deshalb will Deutschland während seiner EU-Präsidentschaft eine Reihe von Prioritäten für die Entwicklung eines Regulierungsrahmens für gemeinsame Offshore-Windprojekte auf EU-Ebene erarbeiten. In einem solchen Rahmen könnten beispielsweise Regeln festgelegt werden, wie die Kosten und Gewinne gemeinsamer Projekte auf die beteiligten Länder verteilt werden sollen und wie die Planung von Offshore-Windparks und der Netzausbau besser koordiniert werden können.

Nutzung von künstlichen Inseln als Stromtransportknotenpunkte

Deutschland will seine EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um gemeinsame Offshore-Windenergieprojekte in der Nordsee zu entwickeln und zu fördern, wie zum Beispiel die Nordsee-Windkraftanlagen des Übertragungsnetzbetreibers Tennet. Mit diesem Projekt werden künstliche Inseln geschaffen, auf denen bis zu 15.000 Megawatt (MW) Windkraftleistung installiert werden sollen. Sollten diese Inseln mit mehreren Ländern verbunden werden, könnten sie als Drehscheibe für den Import und Export von Windenergie dienen.

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